Leben nach dem Berufsleben

Das Leben nach dem Berufsleben 

oder: Der Ausstieg aus einem herausfordernden Berufsleben – was dann?

  • Wer bin ich im Beruf – und wer bin ich sonst?
  • Was wird fehlt nach Ende des Berufslebens?
  • Wie gehe ich mit Verlusten um?
  • Was bringt der Ruhestand?
  • Was kann ich gewinnen?
  • Wie geht es anderen in derselben Situation?
  • Wie kann ich den Übergang konstruktiv gestalten?
  • Wie nutze und erschließe ich meine Ressourcen?
  • Wie gelange ich zu einer bewussteren, aktiven und kreativen Lebensgestaltung?
  • Was wissen wir über den Ausstieg aus dem Berufsleben? - Was sagt die Wissenschaft?

Mit dem Schritt der Verrentung/Pensionierung fällt zeitlich, aber auch sozial und psychisch ein (großer) Teil der Lebenswelt weg, in der man/frau sich jahrzehntelang bewegt hat.

Persönlichkeit, sozialer Status und Identität wurden in dieser Phase maßgeblich geformt. Das Berufsleben hat Selbstachtung und Selbstwirksamkeit vermittelt, soziale und professionelle Zugehörigkeit, Kommunikation und Interaktion geboten und die eigenen Kompetenzen entwickeln und erkennen lassen. 

Mit dem Ausstieg aus dem Berufsleben geht mithin ein zentraler und wichtiger Abschnitt des Lebens zu Ende, der viel Lebenszeit, Kraft und Engagement absorbiert hat. 

Der nahende oder bereits vollzogene Ausstieg aus einem aktiven und fordernden Berufsleben kann dementsprechend als sehr ambivalent empfunden werden: 

  • Zum einen kann er ein Gefühl von Befreit-Sein und Frei-Sein hervorrufen.
  • Zum anderen kann der Ausstieg auch mit Trauer, Ängsten und Verunsicherungen verbunden sein, denn es geht um Abschied, Loslassen, Neuanfang und Neuorientierung.

In diesem Sinne kann der Ausstieg aus dem Berufsleben auch als Krise aufgefasst werden, verstanden als Situation, die neu ist und für deren Bewältigung im bisherigen Leben kaum Lösungsstrategien erworben werden konnten.

All dies geschieht in einem Kontext des Älterwerdens, des Bewusstseins, dass die letzte Lebensphase beginnt, die in mehrfacher Hinsicht mit Verlusten verbunden sein mag: des Verlustes von nahestehenden Menschen und der eigenen Kräfte – Verluste, die mit Tendenzen der Vereinsamung, des Rückzugs bis hin zu Depressionen einhergehen können. 

Für eine Bewältigung im Sinne eines konstruktiven Umgangs mit der Krise ist es sinnvoll, sich der Ressourcen zu vergewissern, die einem zur Bewältigung der neuen Lebensetappe zur Verfügung stehen: 

  • persönliche Ressourcen (psychische, physische, motivationale, kognitive etc.) und 
  • soziale Ressourcen (Freundschaften,  Unterstützung durch andere Personen, Netzwerke) 
  • sowie solche, die es erst noch bzw. wieder zu erschließen gilt.

Hierzu erscheinen nicht nur Projektionen in die Zukunft, sondern auch Rückblicke auf das bisherige Leben sinnvoll, um Potentiale zu erkunden, die (bisher) nicht oder zu wenig entfal-tet worden sind. Neben der Erkundung von (neuen) Außenwelten gilt es also auch in den Reichtum unserer Innenwelten einzutauchen, diesen Ausdruck zu verleihen und „bewusst aus Erfahrungen Bedeutung zu gewinnen“ (David Foster Wallace).

Dozentin

Prof. Dr. phil. habil. Renate Nestvogel, Universitätsprofessorin für Sozialisationsforschung an der Universität Duisburg-Essen, Fakultät für Bildungswissenschaften.

Forschung und Lehre in Sozialisationsforschung, International Vergleichender Erziehungswissenschaft, Interkultureller Pädagogik, Frauen und Geschlechterforschung. Abgeschlossene Ausbildung in Integrativer Gestalttherapie.

Aktuelle Termine

Das nächste Seminar findet an diesen 4 Tagen statt:

05. - 06. Okt. 2012 und
09. - 10. Nov. 2012